
Wer Webseiten mit Elementor baut, liebt die gestalterische Freiheit. Doch diese Freiheit hat oft einen Preis: aufgeblähten Code. Langsame Ladezeiten, schlechte Google Core Web Vitals und frustrierte mobile Nutzer sind die Folge, wenn wir nicht aktiv gegensteuern. In diesem Artikel zeige ich dir detailliert, wie du unnötiges CSS und JavaScript (JS) in Elementor entfernst, den Code entschlackst und deine WordPress-Performance massiv verbesserst.
Elementor ist ein Page Builder, der funktionieren muss, egal welche Widgets du auf eine Seite ziehst. Um diese Universalität zu gewährleisten, lädt Elementor standardmäßig viele Skripte und Stylesheets – oft auch solche, die auf der aktuellen Seite gar nicht benötigt werden. Ein klassisches Beispiel: Die Skripte für Slider, Popups oder Formulare werden oft global geladen, selbst auf einer simplen „Über uns“-Seite, die nur Text enthält.
Das Resultat ist ein DOM (Document Object Model), der unnötig groß ist, und eine “Unused CSS”-Warnung in PageSpeed Insights, die dir rot entgegenleuchtet. Doch keine Sorge: Mit der richtigen Strategie und etwas Handarbeit lässt sich das beheben.
Bevor wir externe Plugins installieren, schauen wir uns an, was Elementor selbst an Bord hat. Die Entwickler haben das Performance-Problem erkannt und in den letzten Updates massiv nachgebessert.
Navigiere in deinem WordPress-Dashboard zu Elementor > Einstellungen > Eigenschaften. Hier findest du diverse experimentelle und stabile Funktionen, die oft standardmäßig noch nicht aktiv sind.
Wichtige Einstellungen für weniger CSS/JS:
Wenn du gerade erst startest und den Unterschied zwischen komplexen Webseiten und zielgerichteten Landing Pages lernst, ist dies der erste technische Schritt, den du verinnerlichen solltest. Eine Landing Page muss rasend schnell konvertieren – da ist kein Platz für unnötigen Code-Ballast.
Bevor du löschst, musst du wissen, was weg kann. Google Chrome bietet hierfür ein mächtiges Werkzeug.
Strg + Shift + P (Cmd + Shift + P auf Mac) und tippe “Coverage” ein. Wähle “Show Coverage”.Chrome lädt die Seite neu und zeigt dir eine Liste aller CSS- und JS-Dateien. Der rote Balken zeigt an, wie viel Prozent des Codes ungenutzt sind. Bei Elementor-Seiten siehst du oft Dateien wie frontend.min.js oder post-123.css mit hohem Rot-Anteil. Das ist dein Indikator dafür, dass Optimierungsbedarf besteht.
Elementor allein kann nicht wissen, welche Plugins von Drittanbietern auf welcher Seite feuern. Hier kommen Tools wie Asset CleanUp oder Perfmatters ins Spiel. Diese Plugins erlauben es dir, Skripte und Styles seitenbasiert zu deaktivieren.
Ein typisches Szenario im Webdesign für Handwerker oder Dienstleister: Du nutzt ein Kontaktformular-Plugin (z.B. Contact Form 7), das seine CSS- und JS-Dateien auf jeder Seite lädt – auch auf der Startseite, wo vielleicht gar kein Formular ist.
So gehst du vor:
Dies reduziert die Menge an Code, die der Browser parsen muss, drastisch. Es ist eine mühsame Arbeit, die sich aber für die Performance lohnt.
Externe Anfragen an Google Fonts oder Font Awesome bremsen nicht nur (DNS-Lookup, SSL-Handshake), sie sind in der EU auch datenschutzrechtlich problematisch. Elementor lädt Google Fonts standardmäßig von Google-Servern.
Um Code und Requests zu sparen:
Gerade wenn du auf leistungsstarkes Hosting setzt, wie wir es im All-Inkl Hosting Vergleich empfehlen, sollten Assets idealerweise vom eigenen Server kommen, um die HTTP/2 oder HTTP/3 Vorteile voll auszuschöpfen.
Ein häufiger Fehler, der zu unnötigem Code führt, ist die “Addon-Wut”. Viele Nutzer installieren riesige Elementor-Addon-Pakete (wie “Ultimate Addons” oder “Happy Addons”), nur um ein einziges spezielles Widget zu nutzen. Diese Pakete laden oft riesige CSS-Bibliotheken.
Die bessere Lösung: Wenn du nur einen speziellen Button-Effekt oder ein bestimmtes Layout brauchst, versuche es mit Custom CSS zu lösen. Elementor Pro erlaubt es dir, im Tab “Erweitert” > “Custom CSS” direkt CSS für ein Element zu schreiben. Dieses CSS wird nur geladen, wenn das Element auf der Seite ist.
Statt also für einen “Gradient Text” ein 5MB großes Addon-Plugin zu installieren, genügen oft 3 Zeilen CSS-Code:
CSS
selector h2 {
background: linear-gradient(to right, #30CFD0 0%, #330867 100%);
-webkit-background-clip: text;
-webkit-text-fill-color: transparent;
}
Dieser Ansatz hält deine Installation schlank und wartbar.
Nachdem du den “Müll” entfernt hast, muss der verbleibende Rest komprimiert werden. Hierfür ist ein Caching-Plugin essenziell. WP Rocket ist der Goldstandard, aber auch Autoptimize (kostenlos) leistet gute Arbeit.
Checkliste für die Konfiguration:
Das Entfernen von unnötigem CSS und JS in Elementor ist kein einmaliger Klick, sondern ein Prozess. Es beginnt bei der Auswahl der richtigen Hosting-Umgebung, geht über die Disziplin beim Design (weniger Plugins, mehr natives Elementor) und endet beim technischen Feinschliff mit Tools wie Asset CleanUp.
Eine schlanke Webseite rankt nicht nur besser – sie konvertiert auch besser. Deine Besucher werden es dir danken. Wenn du Unterstützung bei der professionellen Umsetzung brauchst, schau dir gerne unsere Übersicht zu Online-Marketing Agenturen an, wo wir zeigen, warum ein technisches Fundament den Unterschied macht.
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