
Die “Abmahnwelle” wegen der dynamischen Einbindung von Google Fonts hat viele Webseitenbetreiber verunsichert. Doch abgesehen von der juristischen Notwendigkeit gibt es einen weiteren, oft unterschätzten Grund, Schriften lokal zu hosten: die Performance. In diesem Artikel zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du Google Fonts lokal einbindest, dich vor Abmahnungen schützt und gleichzeitig den Turbo für deine Ladezeit zündest.
Standardmäßig laden viele WordPress-Themes und Page-Builder Schriften direkt von den Google-Servern (fonts.googleapis.com). Das ist bequem, aber problematisch:
Das lokale Einbinden (“Self-Hosting”) löst beide Probleme: Die Schriften liegen auf deinem eigenen Server, es fließen keine Daten an Dritte, und die Dateien können optimal gecacht werden.
Bevor wir optimieren, müssen wir wissen, welche Schriften geladen werden. Nutze dazu die Entwicklertools deines Browsers (F12 oder Rechtsklick > Untersuchen):
Siehst du dort Domains wie fonts.gstatic.com, besteht Handlungsbedarf. Merke dir die Namen der Schriftarten (z.B. “Roboto”, “Open Sans”) und die verwendeten Schriftschnitte (z.B. 400, 700).
Für die meisten KMUs und Agenturen ist der Einsatz eines spezialisierten Plugins der effizienteste Weg. Wir empfehlen OMGF (Optimize My Google Fonts).
So gehst du vor:
Dieses Tool nimmt dir die komplexe Arbeit ab, Stylesheets (style.css) manuell anzupassen, und sorgt dafür, dass auch Schriften aus Plugins oft erkannt und lokalisiert werden.
Wenn du kein zusätzliches Plugin möchtest oder ein individuelles Theme entwickelst, ist der manuelle Weg sauberer.
/wp-content/themes/dein-theme/fonts/).style.css ein. Achte darauf, die Pfade korrekt anzupassen.CSS
/* Beispiel für Roboto Regular */
@font-face {
font-family: 'Roboto';
font-style: normal;
font-weight: 400;
src: url('../fonts/roboto-v30-latin-regular.woff2') format('woff2'); /* Modern Browsers */
font-display: swap;
}
Das Attribut font-display: swap; ist hier entscheidend für die “User Experience”. Es sorgt dafür, dass der Text sofort in einer Systemschrift sichtbar ist, bis die Google Font geladen ist (kein “Flash of Invisible Text”).
Page-Builder wie Elementor sind bekannt dafür, Google Fonts aggressiv zu laden. Selbst wenn du OMGF nutzt, solltest du in Elementor die nativen Google Fonts deaktivieren, um Konflikte zu vermeiden.
Gehe zu Elementor > Einstellungen > Erweitert und setze “Google Fonts laden” auf “Deaktivieren”. Dies zwingt Elementor, nur die Schriften zu nutzen, die du lokal bereitstellst oder die im Theme definiert sind.
Gerade im Bereich Webdesign für Handwerker, wo Kunden oft mobil und mit schlechtem Empfang unterwegs sind, ist jedes gesparte Kilobyte Gold wert. Eine lokal gehostete Schrift lädt auch bei “Edge”-Empfang deutlich zuverlässiger.
Das lokale Hosten bringt nur dann maximale Geschwindigkeit, wenn dein Server schnell antwortet. Wenn die Schriftdatei auf deinem Server liegt, profitiert sie von HTTP/2 oder HTTP/3 Multiplexing. Das bedeutet, sie wird parallel zu Bildern und HTML geladen, ohne eine neue Verbindung aufzubauen.
Hier zeigt sich die Qualität deines Hostings. In unserem All-Inkl Hosting Vergleich betonen wir immer wieder, wie wichtig ein performanter Serverstandort in Deutschland ist. Nur so stellst du sicher, dass der Vorteil der lokalen Einbindung nicht durch einen langsamen Server zunichte gemacht wird.
Warum der ganze Aufwand? Neben der Rechtssicherheit geht es um Conversion. Auf Landing Pages entscheidet oft der erste Sekundenbruchteil, ob ein Besucher bleibt oder abspringt. Wenn die Schriftart flackert oder erst nach 2 Sekunden erscheint (FOIT), wirkt das unprofessionell und stört den Lesefluss. Lokale Fonts sind sofort da und stabilisieren das Layout (weniger Cumulative Layout Shift).
Google Fonts lokal einzubinden ist heute kein “Kann” mehr, sondern ein “Muss” – sowohl juristisch als auch technisch. Ob du den Weg über ein Plugin wie OMGF wählst oder die manuelle Integration bevorzugst, hängt von deinem technischen Know-how ab. Das Ergebnis ist in beiden Fällen eine sicherere, schnellere und professionellere Webseite.
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