
Jeder will eine schnelle Webseite. Wenn deine Elementor-Seite langsam lädt, ist der Ruf nach einem CDN (Content Delivery Network) wie Cloudflare oft die erste Reaktion. “Mach Cloudflare davor, dann wird’s schneller!” – so lautet der gängige Stammtisch-Rat. Doch für viele deutsche KMUs, Handwerker und lokale Dienstleister ist dieser Rat nicht nur falsch, sondern kann sogar neue Probleme schaffen.
In diesem Artikel analysieren wir nüchtern, wann sich der Einsatz von Cloudflare für deine Elementor-Seite wirklich lohnt, wie du die berüchtigten “Rocket Loader”-Probleme vermeidest und was du als All-Inkl-Kunde beachten musst.
Cloudflare schaltet sich als “Türsteher” und “Verteiler” zwischen deinen Besucher und deinen Server. Statt dass ein Besucher aus München die Daten direkt von deinem Server in Frankfurt abruft, liefert Cloudflare die Daten von einem Server, der (theoretisch) näher am Besucher ist. Zusätzlich filtert Cloudflare bösartigen Traffic (DDoS-Schutz) und optimiert Bilder sowie Code.
Ob Cloudflare deine Elementor-Seite beschleunigt oder nur verkompliziert, hängt primär von deiner Zielgruppe ab.
Du bist ein Dachdecker in Ravensburg. Deine Kunden kommen aus Ravensburg, Biberach und Friedrichshafen. Wenn du gutes deutsches Hosting nutzt (wie wir es im All-Inkl Hosting Vergleich empfehlen), sitzen deine Daten bereits in Dresden oder Frankfurt. Der Weg von Dresden nach Ravensburg ist digital gesehen ein Katzensprung. Schaltest du Cloudflare dazwischen, fügst du oft sogar eine unnötige Umleitung hinzu. Der Performance-Gewinn ist minimal, aber du holst dir ein zusätzliches datenschutzrechtliches Thema (US-Anbieter) ins Haus.
Du bist ein Maschinenbauer, der Ersatzteile in die USA, nach China und Brasilien liefert. Für einen Kunden in New York ist der Weg zu deinem Server in Dresden lang. Hier spielt Cloudflare seine Stärke aus: Die Webseite wird auf Servern in New York zwischengespeichert und lädt für den US-Kunden rasend schnell. Auch für Shops mit vielen hochauflösenden Produktbildern ist die Bild-Optimierung von Cloudflare Gold wert.
Wenn du dich für Cloudflare entscheidest, musst du als Elementor-Nutzer extrem aufpassen. Cloudflare bietet eine Funktion namens “Rocket Loader”, die JavaScript asynchron lädt, um die Seite schneller zu machen.
Das Problem: Der Elementor-Editor basiert komplett auf JavaScript. Ist der Rocket Loader aktiv, zerschießt er oft den Editor. Das Resultat: Die linke Seitenleiste lädt endlos (“Loading…” Spinner) oder bleibt grau.
Die Lösung: Du musst Cloudflare beibringen, den Rocket Loader im Editor auszuschalten.
*deine-domain.de/*elementor*Da viele unserer Leser All-Inkl nutzen: All-Inkl bietet keine “One-Click”-Cloudflare-Integration. Du musst dies manuell tun.
bob.ns.cloudflare.com)..de Domains kannst du die Nameserver oft nicht selbst im KAS ändern, sondern musst den Support bitten oder ein “Domain-Update” machen. Bei .com ist es oft einfacher.Hinweis: Dies ändert die Zuständigkeit für DNS-Einträge. Wenn du später eine Subdomain für dein E-Mail-Marketing anlegst, musst du das dann bei Cloudflare tun, nicht mehr im KAS.
Cloudflare ist ein US-Unternehmen. Zwar gibt es mittlerweile das “Data Privacy Framework” und Cloudflare zertifiziert sich, aber für datenschutzsensible Branchen (Ärzte, Anwälte) in Deutschland raten wir oft zur Vorsicht oder zur reinen Nutzung von europäischem Hosting ohne CDN, solange keine zwingende technische Notwendigkeit besteht. Es gilt der Grundsatz der Datensparsamkeit.
Cloudflare ist ein mächtiges Werkzeug, aber kein Allheilmittel. Prüfe genau: Hast du internationale Besucher? Wirst du oft angegriffen (DDoS)? Dann nutze es – aber konfiguriere die “Page Rules” für Elementor korrekt. Bist du ein rein lokaler Dienstleister? Dann investiere das Geld lieber in ein schnelles Caching-Plugin wie WP Rocket (siehe unsere Caching-Masterclass) und spare dir die Komplexität des CDNs.
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