
WordPress ist ein fantastisches CMS, aber es ist wie ein digitales Sammelalbum: Es behält gerne alles. Jede Änderung, die du an einem Beitrag vornimmst, hinterlässt Spuren. Jedes Plugin, das du nur einmal kurz testest, schreibt Daten in deine Tabellen. Mit der Zeit bläht sich deine Datenbank auf, was zu längeren Abfragezeiten und einer spürbar langsameren Website führt.
In diesem Artikel zeige ich dir, wie du deine WordPress-Datenbank professionell bereinigst, Performance-Engpässe löst und dabei sicherstellst, dass keine kritischen Daten verloren gehen. Ein sauberer “Maschinenraum” ist oft der effektivste Hebel für bessere Ladezeiten.
Wenn du einen Artikel schreibst und zehnmal auf “Speichern” klickst, legt WordPress standardmäßig zehn Versionen dieses Artikels in der Datenbank ab. Diese sogenannten Revisionen sind nützlich für das Rückgängigmachen von Fehlern, aber nach einem Jahr Betrieb können sich bei einer aktiven Seite tausende solcher Einträge ansammeln.
Dazu kommen:
Je größer die Tabellen (insbesondere wp_posts und wp_options), desto länger braucht der Server, um die angefragten Informationen zu finden und auszuliefern. Das erhöht die “Time to First Byte” (TTFB) und frustriert deine Besucher.
Bevor wir auch nur einen einzigen Eintrag löschen: Mache ein Backup. Datenbank-Operationen sind chirurgische Eingriffe. Wenn du versehentlich die falsche Tabelle löschst, ist die Seite weiß.
Für KMUs, die auf Nummer sicher gehen wollen, empfehlen wir im Rahmen unserer WordPress Wartung immer automatisierte Backups (z.B. mit UpdraftPlus oder direkt über das Hosting). Solltest du noch kein vernünftiges Backup-System haben, richte dies jetzt ein. Erst danach darfst du mit Schritt 2 weitermachen.
Für die meisten Anwender ist der Griff zum Plugin der sicherste Weg. Es gibt hervorragende Tools, die genau wissen, welche Daten gefahrlos entfernt werden können.
Dies ist eines der beliebtesten Tools. Es zeigt dir genau an, wie viel Datenmüll (in Kilobyte oder Megabyte) in den verschiedenen Bereichen liegt.
Wenn du tiefer graben musst, weil du beispielsweise Reste von alten Pagebuildern vermutest, ist dieses Plugin mächtiger. Es kann verwaiste Einträge in der wp_options Tabelle identifizieren. Aber Vorsicht: Hier musst du genau wissen, was du tust.
In MySQL-Datenbanken entsteht durch das ständige Schreiben und Löschen von Daten sogenannter “Overhead”. Stell dir das vor wie Lücken in einem Bücherregal, die entstehen, wenn du Bücher herausnimmst, aber die verbleibenden nicht zusammenschiebst.
Die meisten Plugins bieten eine Funktion namens “Tabellen optimieren” (Optimize Tables) an. Dies entspricht dem SQL-Befehl OPTIMIZE TABLE. Es defragmentiert die Daten und gibt Speicherplatz frei. Dies sollte regelmäßig, etwa einmal im Monat, durchgeführt werden.
wp_options Tabelle – Der heimliche BremserEin oft übersehenes Problem sind die sogenannten “Autoloaded Data” in der Tabelle wp_options. Viele Plugins speichern hier ihre Einstellungen und setzen den Haken bei “Autoload”. Das bedeutet: Diese Daten werden bei jedem einzelnen Seitenaufruf geladen, egal ob sie auf der aktuellen Seite gebraucht werden oder nicht.
Wenn du eine langsame Seite analysierst und feststellst, dass die Serverantwortzeit hoch ist, lohnt sich ein Blick hierhin. Wir sehen das oft bei Kunden, die vom günstigen Massenhoster zu einem Qualitätsanbieter wechseln. Auch beim besten All-Inkl Hosting kann eine verstopfte wp_options Tabelle die Performance drosseln.
So prüfst du das (für Fortgeschrittene): Du kannst via phpMyAdmin folgende SQL-Abfrage nutzen, um zu sehen, wie groß die automatisch geladenen Daten sind:
SQL
SELECT SUM(LENGTH(option_value)) as autoload_size FROM wp_options WHERE autoload = 'yes';
Ist der Wert deutlich über 1 MB, solltest du mit einem Experten prüfen, welche alten Plugins hier noch Datenleichen hinterlassen haben.
Statt immer wieder aufzuräumen, ist es klüger, das Problem an der Wurzel zu packen. Du kannst WordPress anweisen, nur eine bestimmte Anzahl von Revisionen pro Artikel zu speichern (z.B. maximal 5).
Füge dazu folgenden Code in deine wp-config.php Datei ein (oberhalb der Zeile „That’s all, stop editing“):
PHP
define( 'WP_POST_REVISIONS', 5 );
Dies spart langfristig massiv Speicherplatz und hält die wp_posts Tabelle schlank. Dies ist ein Standard-Vorgehen, das wir jedem empfehlen, der die Wichtigkeit der Webseiten Pflege ernst nimmt.
Ein einmaliges Cleanup bringt sofortige Linderung, aber Datenbanken füllen sich wieder. Integriere die Datenbank-Optimierung in deine monatliche Routine. Viele Caching-Plugins wie WP Rocket haben diese Funktion bereits integriert und können sie automatisiert wöchentlich ausführen.
Aber Vorsicht bei Automatisierungen: Führe automatische Cleanups nur durch, wenn du auch automatisierte Backups hast. Manchmal wird eine Revision gelöscht, die du doch noch gebraucht hättest. Sicherheit geht im Zweifel vor Geschwindigkeit – ein Grundsatz, den wir auch beim Thema WordPress Sicherheit immer betonen.
Eine saubere Datenbank ist unsichtbar, aber spürbar. Deine Besucher danken es dir mit schnelleren Ladezeiten, und Google belohnt gute Core Web Vitals mit besseren Rankings. Fang heute mit einem Backup an und befreie deine Seite vom Ballast der letzten Jahre.
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