Core Web Vitals Test: Kostenlos mit Google-Tools prüfen

Core Web Vitals Test in 10 Minuten: So prüfst du mit PageSpeed Insights und Search Console, ob deine Website bei Google gut abschneidet.

Ein Core Web Vitals Test dauert zehn Minuten und kostet nichts. Trotzdem hat ihn die Mehrheit der Inhaber, die ich kenne, noch nie gemacht – und wundert sich dann, warum die Website bei Google nicht vorankommt. Hier zeige ich dir, welche kostenlosen Google-Tools du dafür brauchst und wie du die Zahlen richtig liest.

Core Web Vitals Test: Was du eigentlich misst

Core Web Vitals Test: Tacho und Browserfenster als Symbol für Website-Geschwindigkeit

Die Core Web Vitals sind drei Messwerte, mit denen Google bewertet, wie sich deine Seite für Besucher anfühlt. Sie gehören zu den Signalen der „Seitenerfahrung“ und sind einer von vielen Rankingfaktoren – kein Zauberschalter, aber ein Punkt, an dem du dich von Mitbewerbern abheben kannst.

  • LCP (Largest Contentful Paint): Wie lange dauert es, bis der größte sichtbare Inhalt da ist, meist das Hauptbild oder die Überschrift? Gut: höchstens 2,5 Sekunden.
  • INP (Interaction to Next Paint): Wie schnell reagiert die Seite auf Klicks, Tipps und Eingaben? Gut: höchstens 200 Millisekunden. INP hat im März 2024 den alten Wert FID abgelöst.
  • CLS (Cumulative Layout Shift): Springt der Inhalt beim Laden herum, sodass du den falschen Button erwischst? Gut: höchstens 0,1.

Wichtig: Google bewertet diese Werte nicht im Durchschnitt, sondern am 75. Perzentil echter Besuche. Vereinfacht heißt das: Mindestens drei von vier Besuchen müssen bei allen drei Werten im grünen Bereich liegen. Reißt ein einziger Wert, gilt die Seite als nicht bestanden.

Felddaten oder Labordaten: Der Unterschied, der alles erklärt

Jeder Core Web Vitals Test liefert dir zwei Arten von Zahlen, und sie werden ständig verwechselt:

  • Felddaten stammen von echten Chrome-Nutzern der letzten 28 Tage (aus dem Chrome User Experience Report, kurz CrUX). Diese Werte zählen für Google.
  • Labordaten entstehen, wenn ein Tool deine Seite einmalig unter simulierten Bedingungen lädt. Sie helfen dir beim Fehlersuchen, sind aber nur eine Momentaufnahme.

Kleine Seiten haben oft schlicht zu wenig Besucher für Felddaten. Dann zeigt Google nur Labordaten oder gar nichts an. Das ist kein Fehler deiner Website, sondern normal.

Die kostenlosen Tools für deinen Test

1. PageSpeed Insights – der schnellste Einstieg

Auf pagespeed.web.dev gibst du deine Adresse ein und bekommst oben die Feldaussage („Core Web Vitals-Bewertung: bestanden / nicht bestanden“) und darunter die Laborwerte samt konkreten Hinweisen. Teste getrennt für Mobilgerät und Desktop – Google bewertet vorrangig die mobile Variante. Teste außerdem nicht nur die Startseite, sondern auch deine wichtigste Leistungsseite und einen Blogartikel.

Wie du die übrigen Werte der Auswertung einordnest, habe ich im Artikel Ladezeit der Website messen und Werte richtig deuten beschrieben.

2. Google Search Console – dein Test für die ganze Website

PageSpeed Insights prüft eine einzelne URL. Die Search Console zeigt dir unter „Core Web Vitals“, welche Seitengruppen als „Gut“, „Verbesserungswürdig“ oder „Mangelhaft“ gelten – getrennt nach Mobil und Desktop. So erkennst du, ob ein Problem nur eine Seite oder ein ganzes Template betrifft. Falls du die Search Console noch nicht eingerichtet hast, hilft dir die Google Search Console Anleitung mit den fünf wichtigsten Berichten.

Beachte: Die Daten laufen zeitversetzt ein. Nach einer Änderung dauert es rund vier Wochen, bis sich das in den Feldwerten zeigt.

3. Chrome DevTools und Lighthouse – für die Detailarbeit

Im Chrome-Browser findest du mit Rechtsklick → Untersuchen → Lighthouse denselben Labortest direkt lokal. Das ist praktisch, wenn du gerade etwas geändert hast und nicht wochenlang auf Feldwerte warten willst. Für Einsteiger reicht aber PageSpeed Insights völlig.

So liest du das Ergebnis richtig

Die Tabelle zeigt dir, ab wann du handeln solltest:

WertGutVerbesserungswürdigSchlecht
LCPbis 2,5 s2,5 – 4,0 süber 4,0 s
INPbis 200 ms200 – 500 msüber 500 ms
CLSbis 0,10,1 – 0,25über 0,25

Typische Ursachen aus Kundenprojekten:

  • Schlechter LCP: riesige, unkomprimierte Titelbilder, langsamer Server oder zu viele Skripte vor dem ersten Bild.
  • Schlechter INP: schwere Page-Builder-Elemente, Chat-Widgets, Tracking-Skripte und Cookie-Banner, die den Browser blockieren.
  • Schlechter CLS: Bilder ohne feste Größe, nachladende Schriften oder Banner, die sich über den Inhalt schieben.

Wenn der Server selbst langsam ist, bringen Optimierungen an der Oberfläche wenig. Hier lohnt ein Blick auf das Hosting und die laufende Betreuung deiner Website, denn Technik und Pflege gehören zusammen.

Das kannst du heute tun

  1. Öffne pagespeed.web.dev und teste Startseite, wichtigste Leistungsseite und einen Artikel – jeweils mobil.
  2. Notiere LCP, INP und CLS aus den Feldwerten. Gibt es keine, notiere die Laborwerte und kennzeichne sie als solche.
  3. Schau in die Search Console unter „Core Web Vitals“, welche Seitengruppen als „Mangelhaft“ markiert sind.
  4. Beginne mit dem Wert, der am weitesten im roten Bereich liegt – meist ist es der LCP durch große Bilder.
  5. Teste nach jeder Änderung erneut im Labor und prüfe nach rund vier Wochen die Feldwerte.

Wenn du nicht sicher bist, wie deine eigene Seite dasteht, kannst du sie auch kostenlos analysieren lassen – du bekommst innerhalb von 24 Stunden eine persönliche Auswertung.

Wann du selbst optimieren kannst – und wann nicht

Bilder verkleinern, ein Caching-Plugin einrichten und überflüssige Plugins löschen schaffst du in der Regel selbst. Das gilt vor allem, wenn du ohnehin nur ein paar Prozent bis zum grünen Bereich brauchst. Anders sieht es aus, wenn der INP wegen des Page Builders oder schwerer Skripte schlecht ist, oder wenn der Server die Seite zu langsam ausliefert. Dann kostet Probieren oft mehr Zeit, als es wert ist.

Ehrlich gesagt: Ein perfekter Score ist kein Ziel an sich. Wenn deine Seite im grünen Bereich liegt, investiere die Zeit lieber in Inhalte und Anfragen. Für konkrete Maßnahmen bei Elementor-Seiten findest du Details im Artikel Elementor Speed-Guide für PageSpeed Insights und im Beitrag Core Web Vitals optimieren. Wie das in realen Projekten aussieht, siehst du bei den Referenzen von Jonas Reuber.

Wer eine neue Seite plant, kann die Werte von Anfang an mitdenken – mehr dazu auf der Seite zum Webdesign bei Agentur Reuber.

FAQ: Häufige Fragen zum Core Web Vitals Test

Wie oft sollte ich einen Core Web Vitals Test machen?

Einmal im Quartal reicht für die meisten Websites. Zusätzlich solltest du testen, nachdem du Plugins, Theme oder Hosting gewechselt oder die Seite überarbeitet hast.

Warum zeigt PageSpeed Insights keine Feldwerte an?

Für Feldwerte braucht Google genügend Besuche von Chrome-Nutzern. Haben kleine oder neue Seiten zu wenig Daten, werden nur Labordaten angezeigt. Das ist normal und kein Mangel.

Sind die Core Web Vitals wirklich ein Rankingfaktor?

Ja, aber ein kleiner. Inhalt und Relevanz zählen deutlich mehr. Die Werte können jedoch den Ausschlag geben, wenn zwei Seiten inhaltlich gleichwertig sind – und schnelle Seiten verlieren weniger Besucher.

Was ist der Unterschied zwischen Mobil- und Desktop-Test?

Mobil wird mit langsamerer Verbindung und schwächerem Gerät simuliert, deshalb fallen die Werte meist schlechter aus. Weil Google überwiegend mobil indexiert, solltest du zuerst den mobilen Wert verbessern.

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